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Wie kann man Aktien einem Verwandten übergeben

Nach dem Gesetz werden die Wertpapiere als bewegliches Vermögen angesehen. Genauso wie Immobilien, Geld, Fahrzeuge oder jegliche Sachen können Sie diese verkaufen oder kaufen, verschenken, erben und sogar zur Treuhandschaft übergeben.

Aktien stellen ein gutes Werkzeug für die Ersparnisse eines persönlichen „Rentenfonds“ dar. Im Unterschied zu den Geldmitteln, die irgendwo im Rentenfonds aufbewahrt werden, werden sie durch die nächsten Verwandten geerbt.

Wie kann man Aktien erben?

Der Aktiennachlass kann man testamentarisch oder nach dem Gesetz erben. Im ersten Fall bekommt derjenige das Vermögen, dessen Namen im Testament steht. Im zweiten Fall ist das ein Verwandter ersten Grades.

Nach dem Tod eines Aktionärs wird der Erbe selber zum Aktieninhaber. Das erfolgt nicht automatisch:

• Der Erbe wendet sich an einen Notar.

• Der Notar erhält den Auszug aus dem Register nach dem Konto des Aktionärs unter Angabe seines Vor- und Nachnamen und des letzten Wohnsitzes.

• Der Notar fordert die Angaben über Marktwert der Aktien an (solche Angaben werden erst dann zur Verfügung gestellt, wenn die Wertpapiere an der Fondsbörse umlaufen).

• Der Registerführer sperrt das Personenkonto des Gestorbenen.

• Der Erbe fertigt das Dokument aus, das seine Erbschaftsrechte auf Aktien nachweist

• Der Registerführer eröffnet ein neues Personenkonto und schreibt die Aktien auf den Namen des Erben um.

Wenn der Erbe sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, vertritt ein gesetzlicher Betreuer (Elternteil) seine Interessen. Wenn es überhaupt keine Erben gibt, gehen die Aktien auf den Staat über (in einigen Ländern können andere Gesetze gelten).

Andererseits, wenn es viele Erben gibt, können die Aktien unter den Erben in Anteile geteilt werden. Die Inhaber können über ihre Anteile verfügen, darunter sie an die anderen Erben oder, wenn diese darauf verzichten, an die Dritten verkaufen.

Wie kann man erfahren, ob der Gestorbene Aktien hatte? Das ist einfach: handeln Sie mit Hilfe eines Notars. Er richtet die Anfragen an die Registerführer, Banken, Steuerbehörde. Es ist am einfachsten, die Information über Aktien und Bankeinlagen bei der Steuerbehörde zu erfahren: hier werden die Angaben über Einkommen dokumentiert.

Wie kann man Aktien auf einen Verwandten umschreiben?

Die Erledigung von Formalitäten mit dem Erbe beansprucht viel Zeit und Geld (zumindest für juristische Dienstleistungen), deshalb ist es viel einfacher, die Aktien im Rahmen des Kauf- oder Schenkungsvertrags zu übergeben. Mit dem Schenkungsvertrag geht es einfacher. Allerdings können trotzdem Kosten entstehen. In diesem Fall muss derjenige, der das Vermögen erhält, die Steuern bezahlen. Das gilt nicht für Verwandte ersten Grades. Sie können Ihre Aktien dem Sohn, der Tochter, dem Ehemann schenken, ohne dass diese Steuern zahlen müssen.

Wie kann man Aktien an einen Verwandten zur Treuhandschaft übergeben?

Die Treuhandschaft kann erforderlich sein, wenn Sie nicht in der Lage sind, sich mit den Wertpapieren selber zu beschäftigen, aber aus einem Grund diese nicht verkaufen können/möchten. Oft verwalten die nächsten Verwandten die Aktien. Anhand des Vertrages können sie im Namen des Aktieninhabers mit einem Broker arbeiten sowie die Aktien direkt verkaufen und kaufen.

Es ist besser, die nötige Vorsorge zu treffen, um die Aktien an künftige Erben zu übergeben. Sagen Sie zumindest Ihren Verwandten, dass Sie Aktien besitzen. In diesem Fall geht die Umschreibung einfacher und schneller.