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Wie wählt man die Aktien

Die Aktienauswahl ist ein entscheidender Moment. Davon hängen Ihr Gewinn und der Risikograd ab.

Bevor Sie Aktien auswählen, sollen Sie das Ziel und die Strategie des Investierens bestimmen. Es gibt konservative und aggressive Investoren. Ein konservativer Investor wickelt langfristige Investitionen ab und orientiert sich in erster Linie auf Dividenden. Er erwartet keinen „schnellen“ Gewinn, ist jedoch besser von den Risiken geschützt. Ein aggressiver Investor kann ans Limit gehen, um einen größeren Ertrag zu erhalten. Er spekuliert auf die Hausse (und manchmal auf die Baisse) der Aktennotierungen.

Wie sollte ein konservativer Investor die Wertpapiere auswählen

Das erste Auswahlkriterium ist die Sicherheit. Nehmen Sie die Großunternehmen (wie Microsoft, BHP Billiton, FedEx) in den Blick, die schon seit langem existieren und mehrere Wirtschaftskrisen überlebten. Der Aktienpreis solcher Unternehmen („Blue Chips“) ändert sich von Jahr zu Jahr nur gering.

Das zweite Kriterium sind hohe Dividenden. Damit können Sie rechnen, wenn Sie zum Beispiel die Aktien von AT&T, Verizon Communications, Pfizer, Intel oder Cisco Systems kaufen (wir wissen jedoch alle, dass die Auszahlung von Dividenden keine Pflicht ist, und die bisherigen Auszahlungen keine Garantie für gleich hohe Auszahlungen in der Zukunft ist). Allerdings sind die Unternehmen, die hohe Dividenden auszahlen, nicht immer für langjährige Investitionen geeignet.

Die Branche der Spitzentechnologien unterliegt einem permanenten Wandel und ist für konservative Investitionen nicht geeignet. Die Unternehmen, die im Bereich der Kohlenwasserstoffe (Erdöl, Erdgas) tätig sind, hängen von der Weltwirtschaft und von der politischen Situation im jeweiligen Land ab. Das Investieren ist in diesem Fall möglich, dabei sollte man jedoch immer die Augen offen halten.

Wie sollte ein aggressiver Investor die Wertpapiere auswählen?

Ein aggressiver Investor hat es schwerer: er muss die Lage der Wirtschaft, der Branche und der Gesellschaft analysieren. Wenn das Geschäft gedeiht und die Gesellschaft hohe Gewinne erzielt, werden ihre Aktien teuer (allerdings gibt es auch hier hohe Risiken).

Beachten Sie das Notierungsdiagramm der Aktien, vergleichen Sie es mit den Veränderungen in der Branche und in der Gesellschaft selbst. Wenn die Wertpapiere billig sind, die Gesellschaft aber Wachstum aufweist, ist das ein guter Zeitpunkt zum Kauf. Wenn der Aktienpreis gestiegen ist, können Sie diese mit Gewinn verkaufen. Je höher das Wachstumspotential der Aktien ist, desto mehr können Sie verdienen.

Im Jahr 2017 sind die Aktien von Tesla Motors fast um 40% gestiegen. Es ist durchaus möglich, dass sie auch weiter steigen werden. Allerding konnten wir im Jahr 2018 einen Aktiensturz von bis zu 30% beobachten.

Ein aggressiver Investor hat ein höheres Risiko, denn der Kurs von Aktien, deren Preis schnell steigt, kann genauso schnell fallen.

Wie können die Aktien analysiert werden?

Es gibt viele Faktoren, die bei der Aktienanalyse zu berücksichtigen sind. Sie werden grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt:

• Äußere Faktoren

Dazu gehören die makroökonomischen Kenngrößen, die wirtschaftliche und politische Situation im Land, die Lage der Branche. Die Newsticker, die Experteneinschätzungen oder eine Aktienanalyse von ähnlichen Unternehmen können dabei helfen, darüber Kenntnisse zu erlangen.

• Innere Faktoren

Das sind die finanziellen Kennziffern eines Unternehmens — deren Erlös und Reingewinn, deren Verhältnis (Rentabilität) und die Liquidität der Aktiva. Die Liquidität der Aktien (wie schnell ein Verkauf der Wertpapiere möglich ist) ist auch von Bedeutung.

Beachten Sie auch das Verhältnis zwischen dem Marktpreis der Aktie und dem Kapitalwert der Aktie. Um einen Kapitalwert der Aktie zu berechnen, kann man das gesamte Grundkapital (diese Wertebefinden sich in der Bilanz) durch die ausgegebene Aktienzahl dividieren. Wenn der Marktpreis den Kapitalwert wesentlich überschreitet, werden die Aktien zu hoch bewertet und können bald billiger werden. Eine umgekehrte Situation spricht dafür, dass die Wertpapiere zu niedrig bewertet sind. Wenn das Kapital je Aktie den Marktpreis überschreitet, kann das auch auf ernsthafte Probleme in der Firma hinweisen. Beachten Sie den Reingewinn und den Erlös.

Fast alle Unternehmen, deren Aktien auf den Börsen notiert werden, veröffentlichen ihre Berichte alle 3 Monate.

Je länger die Investitionsdauer ist, desto größer ist auch der Zeitraum, den Sie bei der Aktienauswahl erforschen sollen. Wenn Sie zum Beispiel die Aktien für ein Jahr kaufen möchten, werten Sie die finanziellen Kennziffern der Gesellschaft der letzten 2–3 Jahre aus. Zu diesem Zweck können Sie mit den Informationen über die Aktien auf unserer Internetseite vertraut machen.

Diversifikation mindert Risiken!

Investieren Sie nicht die ganzen Mittel in Aktien einer Branche oder eines Unternehmens. Sie können zum Beispiel die amerikanischen, europäischen und asiatischen Wertpapiere aus der Automobilindustrie (Ford Motors, Volkswagen, Tata Motors) und der Telekommunikationsindustrie (Verizon und Soft Bank) kaufen. Wenn Sie sich ausschließlich für den Rohstoffmarkt interessieren, werfen Sie den Blick auf die Aktien von Exxon Mobil, Royal Deutch Shell oder ENI.

Experten und Broker helfen Ihnen bei der Aktienauswahl. Sie sind an der Verwirklichung ihrer Prognosen interessiert: davon hängen der Ruf eines Experten und der Erlöseines Brokers ab. Treffen Sie Ihre Entscheidungen selbständig, so berücksichtigen Sie jedoch die Meinung von Experten.