Wo wurde die erste Fondsbörse gegründet - Die Bildungsseite von Freedom24 zur Steigerung der finanziellen Allgemeinbildung | Freedom24

Investopedia24

Wo wurde die erste Fondsbörse gegründet

Laut offiziellen Quellen wurden die erste Aktiengesellschaft und de erste Fondsbörse der Welt gleichzeitig im Jahr 1602 in Niederlanden gegründet. Die Niederländische Ostindische Kompanie begann zum ersten Mal das Geld zu machen, indem sie Aktien verkaufte und den Investoren den Gewinn versprach.

Für den Handel war Platz nötig, und die erste Fondsbörse wurde in Amsterdam eröffnet. Im Jahr 1608 wurde hier auch die Warenbörse geschaffen, in der Muster und Proben von Waren präsentiert wurden, während die großen Warenpartien in Lagern und Schiffen blieben. Später wurden entsprechende Normen erarbeitet und die Börsenspekulanten konnten seitdem auf die Mustereinsicht verzichten.

Ursprünglich handelte man auf der Amsterdamer Fondsbörse mit den Aktien der Britischen und Niederländischen Ostindischen Kompanien. Die Schuldverschreibungen wurden auch notiert: hier konnte man die Staatsschuldverschreibungen von Großbritannien, den Niederlanden und Portugal kaufen. Später, nach der Entdeckung von Amerika, erschienen die Aktien der Ostindischen Kompanie an der Börse. Insgesamt 44 Arten von Wertpapieren standen den Investoren zur Verfügung.

Die Amsterdamer Börse existierte bis September 2000. Sie wurde nicht geschlossen: später wurde sie zum Teil der Gesellschaft Euronext, die die Fondsbörsen aus Brüssel, Paris und Amsterdam in sich vereinte.

Kampf für das „Erstgeburtsrecht“

Die Amsterdamer Börse gilt nur offiziell als eine erste Börse. Die Engländer können das „Erstgeburtsrecht“ abstreiten. Obwohl die Londoner Börse de jure erst im Jahr 1801, also 199 Jahre nach der holländischen Börse gegründet wurde, existierte sie tatsächlich länger. Die erste Fondsbörse in Großbritannien wurde im Jahr 1565 gegründet, als Thomas Greshem, Finanzagent und Beirat des Königs, die Königsbörse gründete. Sie wurde zum Handelszentrum in London und bekam den offiziellen Status im Jahr 1571.

Allerdings funktionierte die Königsbörse über ein Jahrhundert als Warenbörse. Der Handel mit den Aktien und Staatsschuldverschreibungen begann hier erst im Jahr 1695. Fast 80 Jahre brauchten die Investoren, um das Geld für den Bau des Einzelgebäudes — der Börse „Neuer Jonatan“ zu verschaffen, die im Jahr 1773 eröffnet wurde. Diese Börse wurde später zur Londoner Fondsbörse.

Die Börsenmärkte haben eine komplizierte Geschichte. Eigentlich erschienen die ersten Wertpapiere, Geld und Handelsplätze bereits im Mittelalter, beim Übergang von der Naturalwirtschaft zu den vollwertigen Ware-Geld-Beziehungen. Viele Börsen funktionierten unter der Hand, viele von den offiziellen Börsen sind heute geschlossen und vergessen. Die Engländer können den Niederländern das „Erstgeburtsrecht“ auf Fondsbörsen abstreiten. Falls Sie sich für die älteste von den heutzutage existierenden Fondsbörsen interessieren, ist die Antwort eindeutig: die Londoner Börse LSE.